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Warum herzhaft so gut schmeckt und wie Sie es in der Küche einsetzen

Sie mögen Brühe, Pilze oder reife Tomaten, ohne genau zu wissen, warum sie Gerichte so rund machen? Hier lernen Sie, was hinter Umami steckt – und wie Sie es gezielt nutzen.

Von Lena Hartmann · · 3 Min. Lesezeit

Shiitake-Pilze, Parmesan, Tomaten und Sojasauce auf dunklem Stein

Wenn Suppe, Tomatensoße oder Pilzragout „wie aus einem Guss“ schmecken, wirkt fast immer Umami: der herzhaft-würzige Grundgeschmack, der Speisen Fülle und Tiefe gibt. Um ihn gezielt einzusetzen, hilft ein kurzer Blick in die Entdeckungsgeschichte und auf Zutaten, die besonders viel davon mitbringen. Danach zeigen wir alltagstaugliche Kombinationen, mit denen Sie zu Hause mehr Aroma herausholen – ohne komplizierte Techniken.

Was Umami ist

Umami ist eine eigenständige Grundgeschmacksqualität neben süß, sauer, salzig und bitter. Ausgelöst wird sie vor allem durch Glutamat sowie durch Nukleotide wie Inosinat und Guanylat, wie die deutschsprachige Wikipedia zu Umami und das Umami Information Center erklären. Reines Glutamat wird isoliert nicht als wohlschmeckend empfunden; erst in Kombination mit Aromen und mit Kochsalz wirkt der Eindruck rund, so die Wikipedia.

Wenn Sie die fünf Grundgeschmäcker verstehen und in Balance bringen, fällt es leichter, Gerichte punktgenau zu würzen. Einen Überblick bietet unser Leitfaden zu Geschmack und Saison in der Rubrik Genuss.

Wie Umami entdeckt wurde

Der japanische Chemiker Kikunae Ikeda identifizierte 1908 Glutamat als Hauptträger des herzhaften Geschmacks in Kombu-Dashi und prägte dafür den Begriff „umami“, berichtet das Umami Information Center. Die deutschsprachige Wikipedia nennt 1909 als Jahr seines Namensvorschlags; die englische Wikipedia verweist ebenfalls auf diese Zeit. 1909 gründete Ikeda gemeinsam mit Saburōsuke Suzuki das Unternehmen Ajinomoto, das Mononatriumglutamat als erstes Umami-Würzmittel vermarktete, so die englische Wikipedia.

Kurz darauf wurden weitere Umami-Stoffe beschrieben: 1913 Inosinat in Bonitoflocken (Katsuobushi) und 1957 Guanylat, später als Komponente getrockneter Shiitake bestätigt, fasst das Umami Information Center zusammen.

Welche Lebensmittel viel Umami liefern

Viel natürliches Umami steckt in gereiften, fermentierten und getrockneten Lebensmitteln. Beispiele, die das Umami Information Center in seiner Lebensmitteltabelle aufführt, sind Kombu (Blatttang), getrocknete Tomaten, Parmesan (Parmigiano Reggiano) und getrocknete Shiitake. Bei Tomaten steigt der Glutamatgehalt mit der Reife und ist am höchsten, wenn sie sehr rot sind, so die Übersicht des Centers.

Auch heimische Pilze können Speisen deutlich abrunden: Der Shiitake wird vom BZfE als Pilz mit ausgeprägtem Umami beschrieben, was auf natürlich enthaltenes Glutamat zurückgeht.

Umami in der eigenen Küche nutzen

  • Synergie nutzen: Glutamat und Nukleotide verstärken sich gegenseitig. Klassische Kombinationen sind Kombu (glutamatreich) mit Katsuobushi (inosinatreich) im Dashi oder Tomaten mit Pilzen. Diese „Umami-Synergie“ erläutern das Umami Information Center und die Wikipedia.
  • Alltagstaugliche Paare: Tomatensoße mit getrockneten Tomaten und einem Stück getrocknetem Shiitake mitköcheln; Gemüsebrühe mit Kombu ansetzen; Pilzragout mit einem Löffel Sojasauce abrunden; Parmesan zu Tomaten, Pilzen oder Fleischgerichten reiben.
  • Reihenfolge beim Würzen: Da Umami-Aromen und Salz sich ergänzen, lohnt es sich, zunächst umami-reiche Zutaten einzubringen und danach behutsam zu salzen. Laut Wikipedia wirkt eine reine Glutamatlösung nicht wohlschmeckend – die runde Wirkung entsteht erst im Zusammenspiel mit Aromen und Salz.
  • Trocknen, Reifen, Rösten: Durch Wasserentzug und Reifung konzentrieren sich Aromen und oft auch freies Glutamat. Greifen Sie bei Tomaten, Käse und Pilzen zu reifen oder getrockneten Varianten; beim Anrösten entstehen zusätzliche Röstaromen, die Umami tragen.

Wer saisonal einkauft, hat bei Tomaten die besten Chancen auf viel Aroma: besonders reif geerntete Früchte liefern intensiveren Geschmack. Ein Überblick, wann heimische Ware Saison hat, findet sich im Beitrag „Saisonkalender Gemüse: was wann wirklich schmeckt“.

Kleine Praxisregeln

  1. Eine Basis aus Gemüse, Pilz oder Brühe mit Umami legen, 2) ein zweites umami-tragendes Element ergänzen (Synergie), 3) erst dann mit Salz, Säure und Süße balancieren, 4) zum Schluss frisch geriebenen Hartkäse oder einen Spritzer Sojasauce als Feinschliff prüfen.

So entsteht Tiefe, ohne dass einzelne Noten vordrängen – herzhaft, voll und klar im Geschmack.

Häufige Fragen

Ist Umami dasselbe wie Geschmacksverstärker (MSG)?

Umami bezeichnet eine Grundgeschmacksqualität. Mononatriumglutamat (MSG) ist ein Würzstoff, der diesen Geschmack liefert. 1909 brachte Ajinomoto MSG als erstes Umami-Würzmittel auf den Markt, nachdem Ikeda den Geschmacksträger in Kombu identifiziert hatte, so die englische Wikipedia. Reines Glutamat schmeckt allein jedoch nicht rund; es braucht Aromen und auch Salz, erklärt die deutschsprachige Wikipedia.

Wie bekomme ich vegetarisch oder vegan mehr Umami?

Setzen Sie auf Zutaten mit natürlichem Umami und auf Trocknen oder Fermentieren: sehr reife oder getrocknete Tomaten, getrocknete Shiitake, Miso, Sojasauce oder Algen wie Kombu. Das Umami Information Center führt solche Lebensmittel als besonders reich auf, und BZfE beschreibt Shiitake ausdrücklich als umami-betont. Kombinieren Sie Glutamatquellen mit Nukleotiden für mehr Tiefe.

Warum wirken manche Kombinationen „mehr als die Summe ihrer Teile“?

Glutamat und Nukleotide wie Inosinat oder Guanylat verstärken sich gegenseitig. Das erklärt klassische Paare: Kombu plus Bonitoflocken in Dashi oder Tomate mit Pilz. Diese Umami-Synergie ist vom Umami Information Center beschrieben und wird auch in der deutschsprachigen Wikipedia erwähnt. In der Küche reichen daher kleine Mengen gezielt kombinierter Zutaten für spürbar mehr Fülle.

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