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Welche Quittenrezepte eignen sich für Gelee, Kompott und herzhafte Gerichte?

Quitten duften intensiv, sind aber hart und roh oft herb. Mit der passenden Vorbereitung werden sie zu Gelee, Kompott, Quittenbrot oder einer fruchtigen Beilage für herzhafte Gerichte.

Von Lena Hartmann · · 5 Min. Lesezeit

Stückchen gekochter Quitten in Schale neben Quittenhälften und Quittengelee

Ein Korb Quitten sieht verlockend aus, doch die Früchte lassen sich nicht einfach wie Äpfel aufschneiden und essen. Ihr festes Fruchtfleisch braucht Zeit und die richtige Behandlung, damit das herbe Aroma weich und ausgewogen schmeckt. Entscheidend sind eine sorgfältige Vorbereitung, eine passende Garmethode und die Frage, ob Sie Saft, Mus oder Stücke verwenden möchten.

Je nach Sorte und Gericht eignen sich Quitten für Gelee, Kompott, Kuchen oder auch für eine süß-saure Pfanne. Die folgenden Ideen zeigen, wie Sie die Früchte verarbeiten, Aromen abstimmen und das Ergebnis beim Kochen prüfen.

Welche Quitten passen zu welchem Gericht?

Die Sorte gibt einen ersten Hinweis auf die Verwendung. Birnenquitten sind meist etwas weicher und milder; sie passen zu Kompott, Mus, Saft und Gebäck. Härtere Apfelquitten eignen sich besonders für Gelee und Marmelade, wie das VerbraucherFenster Hessen zu Sorten und Verwendung beschreibt. Das ist eine praktische Orientierung, kein Muss: Auch die Reife und die gewünschte Konsistenz entscheiden.

Quitten bringen ein fruchtig-herbes Aroma mit. Süße und Gewürze sollten es ergänzen, nicht überdecken. Zimt passt zu Kompott und Ofenquitten; Ingwer, Zitrone oder Orangensaft setzen einen frischeren Akzent. Bei herzhaften Gerichten können Zwiebeln, Möhren und Kräuter die Frucht einbinden. Wie Süße, Säure und weitere Aromen zusammenwirken, erklärt auch der Beitrag Was ein Gericht geschmackvoll macht.

Wie bereiten Sie die Früchte vor?

Quitten sind fest, deshalb lohnt sich eine ruhige Vorbereitung. Reiben Sie zuerst den feinen Flaum mit einem groben Küchen- oder Frotteetuch ab. Wasser allein löst ihn laut VerbraucherFenster Hessen nicht zuverlässig. Waschen Sie die Früchte anschließend und schneiden Sie nur so viel auf, wie Sie sicher mit einem großen, scharfen Messer bearbeiten können.

Ob die Schale dranbleibt, hängt vom Gericht ab. Für Gelee kann sie mitgekocht werden: Sie enthält Pektin, einen pflanzlichen Stoff, der beim Gelieren hilft. Für ein feines Kompott oder Mus können Sie die Quitten schälen. Das Kerngehäuse lässt sich bei rohen Früchten schwer herausschneiden. Eine Möglichkeit: Die Stücke zunächst weichkochen und erst danach Kerne und harte Teile entfernen. Wenn Sie das Fruchtfleisch durch ein Sieb streichen, drücken Sie die Kerne nicht mit hindurch.

Wer die Früchte nicht sofort zerkleinern möchte, kann sie laut VerbraucherFenster Hessen zunächst im Ganzen etwa 30 Minuten kochen und über Nacht im Sud stehen lassen. Am Folgetag sind sie weicher und leichter zu schneiden. Planen Sie dafür die zusätzliche Ruhezeit ein.

Süß, fruchtig oder herzhaft: Welche Zubereitung wählen Sie?

Für einen Vorrat eignet sich Gelee: Es bewahrt das Quittenduft-Aroma und passt zu Brot, Gebäck oder einer Käseplatte. Kompott ist die unkompliziertere Wahl, wenn Sie die Frucht direkt zu Milchreis, Grießbrei oder Joghurt servieren möchten. Quittenmus lässt sich pur essen oder mit Zimt abschmecken. Für Kuchen und Crumble können vorgegarte Stücke die Fruchtbasis liefern.

Auch herzhafte Kombinationen funktionieren. Eine Quitten-Chutney-artige Beilage oder gegarte Fruchtstücke passen zu Käse und kräftigen Fleischgerichten. In einer schnellen Wokpfanne verbindet eine süß-saure Sauce Quitte, Möhre, Zitrone, Orangensaft und Ingwer. Ein Rezept der Verbraucherzentrale verwendet für zwei Portionen 1,5 Quitten, drei Möhren, 50 Milliliter Geflügelbrühe und 80 Milliliter Orangensaft; als Gesamtzeit sind 30 Minuten angegeben. Die Quitten werden darin zunächst etwa fünf Minuten mit Zwiebeln angeschwitzt und später mit dem Hähnchen noch ungefähr drei Minuten geschmort. Das sind Richtwerte für dieses konkrete Rezept, nicht für jede Quitte oder Pfanne. Die vollständigen Zutaten und Schritte stehen in der Wokpfanne mit Hähnchen, Quitten und Karotten.

Bei Gewürzen gilt: Wenige, klare Akzente lassen den Eigengeschmack der Quitte besser erkennen. Geben Sie empfindliche Kräuter wie Petersilie erst gegen Ende dazu. Für mehr Hinweise zur Dosierung und dazu, wie Gewürze ihr Aroma behalten, lesen Sie Gewürze richtig einsetzen.

Quittengelee Schritt für Schritt einkochen

Für Quittengelee brauchen Sie Quitten, Zucker und je nach Rezept Zitronensaft und Gewürze. Quitten können auch ohne zusätzliches Geliermittel gut gelieren. Wenn Sie Gelierzucker verwenden, halten Sie sich an das auf der Packung angegebene Mischungsverhältnis: Bei 2:1 kommen beispielsweise auf 500 Gramm Fruchtmasse 250 Gramm Gelierzucker; bei 3:1 sind es auf 1,5 Kilogramm Fruchtmasse 500 Gramm. Die Angaben des Bundeszentrums für Ernährung zum Einkochen erklären diese Verhältnisse und empfehlen, das Rezept des Geliermittels genau einzuhalten.

  1. Spülen Sie Gläser und Deckel gründlich. Ohne Spülmaschine können sie laut BZfE mindestens fünf Minuten in kochendes Wasser gelegt werden. Lassen Sie sie auf einem sauberen Tuch abtropfen.
  2. Waschen und verlesen Sie die Quitten, reiben Sie den Flaum ab und schneiden Sie die Früchte in Stücke. Kochen Sie sie mit Wasser, Zitronensaft und gewünschten Gewürzen weich.
  3. Streichen Sie Frucht und Flüssigkeit durch ein Sieb, wenn Sie ein klares Gelee möchten. Wiegen Sie die verwendete Fruchtmasse ab und dosieren Sie den Zucker nach dem gewählten Verhältnis.
  4. Kochen Sie die Masse nach Packungs- oder Rezeptanleitung und rühren Sie regelmäßig um, damit sie nicht am Topfboden ansetzt. Heiße Fruchtmasse kann spritzen, arbeiten Sie deshalb vorsichtig.
  5. Machen Sie die Gelierprobe: Ein Tropfen auf einem Teller sollte beim Abkühlen rasch fest werden. Falls nicht, kochen Sie die Masse nach Anleitung noch einige Minuten und testen Sie erneut.
  6. Füllen Sie das Gelee heiß in saubere Gläser und verschließen Sie diese sofort. Stellen Sie die Gläser zum Abkühlen nicht auf den Kopf.

Die Mischung aus Quitten, 225 Gramm Honig, einer unbehandelten Zitrone und einem Teelöffel Zimt ergibt nach einem Rezept des VerbraucherFensters Hessen statt Gelee ein Quittenbrot: Die Fruchtstücke werden zunächst 45 Minuten gekocht, püriert und anschließend mit Honig, Zitronensaft und Zimt nochmals etwa 45 Minuten bei niedriger Hitze eingekocht. Die dicke Masse trocknet danach auf einem Blech mehrere Tage bei Zimmertemperatur. So sehen Sie, wie dieselbe Frucht je nach Wassergehalt und Kochzeit zu einem streichfähigen Mus oder zu festem Konfekt werden kann.

Woran erkennen Sie ein gutes Ergebnis?

Bei Kompott sollen die Stücke weich sein, aber noch ihre Form halten. Sind sie noch fest, garen Sie sie mit einem kleinen Schuss Wasser weiter; zerfallen sie bereits, können Sie sie als Mus verwenden. Bei Gelee ist nicht die Kochzeit allein entscheidend, sondern die Gelierprobe. Halten Sie sich dabei an die Packungsangaben, denn Geliermittel und Fruchtmengen unterscheiden sich.

Probieren Sie vor dem Abfüllen und gleichen Sie die Säure bei Bedarf mit etwas Süße aus. Zitrone bringt Frische und unterstützt laut BZfE das Gelieren; Zimt oder Vanille runden die Frucht ab. Füllen Sie Eingekochtes nur in saubere Gläser. Lagern Sie die verschlossenen Gläser dunkel und kühl und entsorgen Sie den Inhalt, wenn sich sichtbarer Schimmel zeigt.

Frische Quitten bewahren Sie getrennt von anderem Obst auf. Das VerbraucherFenster Hessen nennt für unbeschädigte Früchte einen gut belüfteten Keller bei zwei bis acht Grad und eine mögliche Lagerzeit von etwa zwei bis drei Monaten. Beschädigte oder bereits braun gewordene Stellen sollten Sie vor dem Kochen prüfen und die Frucht entsprechend aussortieren oder zuschneiden. So wird aus dem saisonalen Korb je nach Zeit und gewünschtem Ergebnis ein Glas Gelee, eine Schale Kompott oder eine herzhafte Mahlzeit.

Häufige Fragen

Muss man Quitten vor dem Kochen schälen?

Nicht immer. Für Gelee und Konfitüre können Quitten mit Schale gekocht werden; die Schale enthält Pektin, das beim Binden hilft. Für Mus oder Kompott ist Schälen Geschmackssache. Der Flaum auf der Schale sollte vor der Verarbeitung mit einem Tuch gründlich abgerieben werden, weil er bitter schmecken kann.

Kann man Quitten roh essen?

Viele mitteleuropäische Quittensorten sind roh sehr hart und schmecken herb oder bitter. Durch Kochen, Backen oder Schmoren werden sie weicher und milder. Die Fruchtkerne sollten Sie nicht zerdrücken, wenn Sie die Früchte durch ein Sieb streichen. Für ein Rezept mit ganzen Früchten können Sie sie nach dem Garen leichter entfernen.

Wie lässt sich prüfen, ob Quittengelee fest wird?

Geben Sie einen Tropfen der kochenden Fruchtmasse auf einen kalten Teller. Wird er beim Abkühlen rasch fest und bildet eine dünne Haut, ist das Gelee bereit zum Abfüllen. Bleibt der Tropfen flüssig, kochen Sie die Masse nach Rezept noch einige Minuten weiter und wiederholen Sie die Probe.

Wie lagert man frische Quitten?

Gesunde, unbeschädigte Früchte halten sich laut VerbraucherFenster Hessen an einem kühlen, gut belüfteten Ort bei zwei bis acht Grad Celsius etwa zwei bis drei Monate. Legen Sie sie in flache Behälter, damit sie sich nicht gegenseitig drücken, und mit etwas Abstand zu anderem Obst, denn ihr starkes Aroma kann auf benachbarte Früchte übergehen.

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