So behalten getrocknete Kräuter ihr volles Aroma
Wer Kräuter vorrätig haben will, ohne Geschmack zu verschenken, braucht das richtige Timing und eine schonende Trocknung. Hier steht, wie es zuverlässig gelingt.
Ihr Basilikum wächst üppig, der Thymian duftet – jetzt möchten Sie Vorräte anlegen, die auch in einigen Monaten noch nach Garten schmecken. Entscheidend sind Erntezeitpunkt, behutsame Trocknung und die passende Aufbewahrung. Dieser Beitrag zeigt die besten Methoden für zu Hause, mit Temperaturen, die Aromen schützen, und klaren Hinweisen, wie Sie erkennen, wann die Kräuter wirklich trocken sind.
Der richtige Zeitpunkt für die Ernte
Kräuter sind kurz vor der Blüte am aromatischsten; ernten Sie am späten Vormittag, sobald der Tau abgetrocknet ist, und nicht bei Regen oder sehr hoher Luftfeuchtigkeit, rät das VerbraucherFenster Hessen. Das liefert sauberes, trockenes Erntegut – die beste Ausgangslage für gleichmäßiges Trocknen.
Wenn Sie Anbau, Ernte und Vorrat allgemein strukturieren möchten, finden Sie praktische Grundlagen im Küchenwissen für den Alltag. Für die Planung, wann was wächst und reif ist, hilft außerdem unser Saisonkalender Gemüse.
Methoden: an der Luft, im Ofen, im Dörrgerät
Lufttrocknung
- Bündeln Sie kleine Sträuße locker und hängen Sie sie kopfüber an einem luftigen, trockenen, schattigen Ort auf. Direkte Sonne mindert Qualität und Farbe, so das VerbraucherFenster Hessen.
- Alternativ legen Sie die Zweige einlagig auf sauberes Gitter oder Papier. Auch hier gilt: schattig, gut belüftet, trocken. VerbraucherFenster Hessen betont, dass Wärme und Licht Aromen kosten können.
Backofen
- Für das Dörren im Ofen nennt das BZfE 40 bis 50 °C bei einen Spalt geöffneter Tür, damit die Feuchtigkeit entweichen kann; für aromatische Kräuter gilt die strengere 40-°C-Grenze aus der Fachinformation aus Hessen (BZfE; VerbraucherFenster Hessen).
- Legen Sie Blätter und Zweige locker auf ein mit Backpapier belegtes Blech und wenden Sie gelegentlich.
Dörrgerät
- Trocknen im Dörrautomaten ist besonders gleichmäßig. Bei Kräutern mit viel ätherischem Öl sollte die Temperatur 40 °C nicht überschreiten, so das VerbraucherFenster Hessen.
Wann sind Kräuter fertig?
Die Trocknung ist abgeschlossen, wenn Blätter rascheln und Stängel leicht brechen. Die Landwirtschaftskammer Salzburg empfiehlt diese Probe etwa nach einer Woche bei Lufttrocknung (Landwirtschaftskammer Salzburg).
Welche Kräuter sich eignen
Sehr gut trocknen Thymian, Oregano, Rosmarin, Salbei, Bohnenkraut und Minzen; Basilikum verliert durch Trocknen oder Einfrieren spürbar Aroma, schreibt die Landwirtschaftskammer Salzburg. Für Basilikum, Petersilie, Dill, Thymian, Estragon, Melisse und Schnittlauch bietet sich das Einfrieren an: fein schneiden und als „Kräuterwürfel“ einfrieren; das BZfE rät, sie mit wenig Wasser in Eiswürfelformen zu geben (VerbraucherFenster Hessen; BZfE).
Wenn Sie wissen möchten, wann frische und getrocknete Aromen ihr Bestes geben, lesen Sie auch unseren Beitrag Gewürze richtig einsetzen.
Getrocknete Kräuter aufbewahren
- Erst einlagern, wenn die Trocknungsprobe bestanden ist: raschelnde Blätter, brechende Stängel.
- Kühl, trocken, dunkel in luftdichten Gefäßen lagern. So bleiben Aromen in der Regel sechs bis zwölf Monate erfreulich stabil, empfiehlt das VerbraucherFenster Hessen.
- Beschriften Sie die Behälter mit Sorte und Abfülldatum; kleinere, gut gefüllte Gefäße schützen besser vor Luft und Feuchtigkeit.
- Entnehmen Sie mit trockenem Löffel, schließen Sie die Dose sofort und bewahren Sie Kräuter nicht über dem Herd auf – dort ist es zu warm und feucht (Grundsatz aus den oben verlinkten Ratgebern).